Aus der tiefen Dunkelheit sind wir herausgekommen. (Die Unterwelt hat uns gnädigerweise heraus gelassen. Oder vielleicht haben wir auch die Aufgaben, die uns dort gestellt wurden, erfüllt.).
Die Holle schickt das zur Frau gewordene Mädchen zurück auf die Erde.
Demeter kehrt zurück ins Leben.
Zwischen Imbolc und dem Frühling kommen die Pflanzen aus der Erde hervor. Was unsichtbar gewachsen war, zeigt sich jetzt.
Es gibt einen Neubeginn des Lebens. Neue Möglichkeiten, neue Formen. Wir können neue Wege gehen. Die Karten werden neu gemischt.
Nicht alles, was sich zu dieser Zeit formt, hat später Bestand. Manches ist nur ein Experiment. Manche Pflanzen überleben auch nicht.
Im Lebenskreis
treffen wir hier auf den Aspekt des Teenagers, der bis in die ersten Jahre des erwachsenen Menschens reicht, bis etwa Anfang 20. Hier liegt der Beginn eines eigenen authentischen Lebens. Zunächst die Suche danach. Teenager müssen daher ausprobieren dürfen. Sie sollten nicht in den Ernst des Lebens und zur Konformität gezwungen werden. Sie bringen die Chance von neuen Ideen und neuen Möglichkeiten des Lebens in unsere Gesellschaft. Manche Ideen haben später keinen Bestand. Aber sie werden gebraucht, als Teil des Entwicklungsprozesses.
Wie die Kräfte der Natur im Jahreskreis erwachen, beginnen Teenager ihre Eigenmacht - und Eigenverantwortung - zu üben und zu entwickeln.
Anschließend kommen Lebenskraft und Fruchtbarkeit (zu Beltane), dann die Freiheit (Sommersonnenwende, Wasserqualität) . Hieraus entsteht später Mutterschaft - im weitesten Sinn : Fülle und Ernte. "Ernsthafte" Projekte, die Bestand haben und uns und unser Umfeld nähren.
Ohne die experimentelle Phase - und das Hineinwachsen in Eigenmacht und Verantwortung - ist diese produktive Phase der Fülle schwer zu erreichen.
Wenn wir uns eine gute Ernte wünschen - im Jahreskreis der Natur wie im Lebenskreis - dann ermutigen wir diese Qualitäten der Teenagerzeit. Wer von uns hat eine gute gehabt ?? Wer durfte: heute Klavier spielen und nächste Woche Flöte ? Sich immer wieder um -entscheiden. Dinge ausprobieren, die noch kein Ziel haben müssen.
Raum für Experimente. Das Leben erforschen.
Eine gesunde Gesellschaft hätte sichere Räume dafür und würde ihren Teenagern und jungen Erwachsenen die Zeit dafür geben, statt sie in Konformität und Verpflichtungen stecken zu wollen, die ihnen ihr eigenes Leben abgewöhnen, bevor es begonnen hat. (Nicht umsonst kommt gerade jetzt wieder das Ansinnen auf, junge Menschen in gesellschaftliche Verpflichtungen zu stecken - Wehrdienst oder auch soziales). Speziell in diesem Lebensalter .. in dem die Macht, die Eigenmacht und damit die Selbstverantwortung erwacht.
Diesem Aspekt dieser Zeit im Jahreskreis - und im Lebenskreis - möchte ich noch etwas mehr Raum geben:
Wagen wir das wieder ?!
Macht ist stark. Sie greift ein in das Geschehen. Sie verändert. Sie ist Verantwortlichkeit. Sie ist sichtbar. Die Opferrollen wollen abgelegt werden.
Bewusste und unbewusste Ängste vor oder Abneigung gegen Macht haben ihre guten Gründe:
Kollektiv und individuell haben wir zum einen schon Macht missbraucht (oft in früheren Leben, manchmal auch in diesem Leben und sei es in der Form der Manipulation) und wollen das so nicht wieder
tun und sind zum anderen dafür bestraft worden, Macht auszuüben (zb kollektiv, eventuell auch individuell in früheren Leben als Hexe, Hebamme, Heilerin, Priesterin und/oder in diesem Leben, als
wir noch Mädchen waren...etc).
Sowohl die Ängste der Täter- als auch der Opferrollen sitzen in unseren Körpern und Energiekörpern. Sie blockieren uns an gewissen Stellen unseres Lebens, für uns einzustehen,
Grenzen überhaupt zu fühlen, zu setzen und zu halten sowie zu manifestieren, was wir uns in diesem Leben wünschen und was unsere Seelenaufgabe ist.
Wirkliche Macht hat es nicht nötig, diese zu missbrauchen zum Schaden anderer.
Wirkliche Macht ist Eigenmacht: Kraft in uns selber, ein Ruhen in uns selber. Ein Wissen um unsere Verbindung mit uns selber, unserer Kraft und unseren Verbündeten der Erde und
der Anderwelt. Sie muss nichts beweisen. Sie ist verbunden mit dem Fluss des Lebens. Und sie ist kraftvoll, Sie kann erschaffen. Sie kann Einfluss nehmen.
Sie ist die Königin der Alten Zeit, die im Vollbesitz ihrer Lebensbereiche ist.
Weil sie im Einklang mit sich selber, mit der Erde und dem Universum ist, mit Bewusstheit, wirkt sie tiefgreifend, verändert die Geschicke auf dieser Welt.
Wenn wir zurück reisen in die Zeit vor dem Patriarchat und erahnen, was Eigenmacht bedeutet hat - bevor daraus "Macht über" wurde - erahnen wir vielleicht etwas, woran wir uns
orientieren können.
Wir spüren die Details der Blockaden auf in Körper und Energiekörper, aus früheren und aus diesem Leben, kollektiv und individuell sowie in Beziehungen und können Altes lösen.
Es wird Zeit, den Raum der wirklichen Macht - die keine Macht-über-andere ist, sondern pure Lebenskraft, die dem Leben dient - wieder zu erforschen.
Wenn wir Eigenmacht und Eigenverantwortlichkeit wieder praktizieren können, werden die Früchte der Freiheit und der Fülle wachsen.
Wir bewegen uns im Jahreskreis auf eine wichtige Schwelle zu.
In der Zeit um Samhain begibt sich die Natur in die Ruhe. Das Licht nimmt ab. Wir gehen in die Zeit der Dunkelheit. Dies ist im Jahreskreis die Schwelle in die Unterwelt und in den Tod.
An der Schwelle sitzt die Weise Alte, die Hüterin der Schwelle und des Kessels. Im Kessel wird alles aufbewahrt, neu gemischt und transformiert.
Die Alte – in patriarchalen Gesellschaften als hässlich und nutzlos wahrgenommen – bewahrt die Mysterien und die Weisheiten von Leben und Tod.
Sie kennt den Zyklus des Lebens. Sie trägt ihn in ihrem eigenen Körper und sie ist durch den ersten Tod ( die Menopause) schon selber gegangen. Dahinter verbirgt sich eine Zeit voll großer Kraft.
Sie beginnt ihre Aufgabe als Lehrerin der Mädchen, die gerade die Schwelle ins Frau Sein überschreiten. Sie ist auch Ratgeberin und noch vieles mehr.
Das Mädchen, das sich an der Spindel gestochen hat (= begonnen hat, zu bluten) landet in der Anderwelt bei der weisen alten Göttin Holle.
Die Weise Alte selber muss nicht mehr bluten, um in die Anderwelt zu gelangen. Sie ist schon da, jenseits der Schwelle der Menopause. Sie kennt den Weg in die Tiefe.
Der Weg der Weisheit für den Mann
Der weise alte Mann hat nicht wie die Frau die Menopause und vorher der Zyklus des Lebens in seinem eigenen Körper erlebt. Nicht auf diese Weise.
Doch auch er ist herausgefordert, sich selber in der Tiefe zu begegnen und sich den Veränderungen seines alternden Körpers zu stellen.
Im Märchen trifft er eine wunderschöne junge Frau, die ihn zu sich einlädt. Doch als er sich mit ihr vereinigt, schaut er plötzlich mit Entsetzen in das Gesicht einer alten Hexe. Die wunderschöne
Frau – die sich plötzlich beim Sex in eine „hässliche Alte“ verwandelt - so die Fassung des Märchens.
In der tiefen Begegnung zeigt sich die Wahrheit
In der Tiefe der intimen Begegnung sieht er die Frau, wie sie wirklich ist. Sie zeigt ihre wahre Natur. Nicht unbedingt hässlich, aber ehrlich. Authentisch. Ungeschminkt.
In der Intimität der sexuellen Begegnung zeigt sich die Wahrheit, die wahre Natur eines Menschen. Die äußere Schönheit der Jugend tritt in den Hintergrund. Die Wahrheit dahinter: Körper sind
vergänglich. Und was bleibt dann: Ehrlichkeit. Sein statt Schein. Ihr Wesenskern.
Wenn er sehen kann, was zu sehen ist, dann sieht der die große Weisheit der alten Frau. Ihre Lebenserfahrung und ihr Wissen um das zyklische, nicht lineare Leben. Im Patriarchat ist dies
hässlich.
Wer aber dieser Tiefe ins Gesicht schauen kann, wird von ihr über die Schwelle begleitet und tritt selber in den Raum der Weisheit ein.
Der weise alte Mann hat die Täuschungen der Midlife – Krise erkannt. Er muss nicht mehr mithilfe jüngerer Frauen versuchen, krampfhaft seine Jugend zu erhalten. Er kann würdevoll seinen Platz
einnehmen und seiner Aufgabe als Ratgeber und Lehrer nachgehen.
Mythen, Märchen – und die Realität
Ja, das wäre schön – wenn wir solche alten Menschen in unserer Gesellschaft hätten …
doch oft sind sie ganz anders: ängstlich, verbittert .. oder sie missbrauchen ihre Macht, dominieren und kontrollieren. Sie führen wissend oder unwissend auf falsche Fährten. Oder sie haben die
Weisheit vergessen, sind in Alzheimer und Demenz gelandet. Warum eigentlich ?
Aber vor allem stellt sich die Frage: Wie können wir wieder gelungene Lebensstationen meistern ?
Der Spiegel der Natur und die Bedeutung der Lebensabschnitte
Wie die Natur im Jahreskreis ihre Stationen hat, haben auch wir Menschen unsere Lebensabschnitte. In jedem Abschnitt geht es darum, bestimmte Erfahrungen zu machen und diese zu integrieren. Aus
diesen Erfahrungen setzt sich dann auch die Weisheit zusammen.
Doch wenn wir nicht über die vorigen Schwellen gegangen sind, fehlen uns ihre Erfahrungen. Wenn sie schmerzhaft waren, wollen wir sie lieber vergessen, was mit einer Demenz wunderbar
funktioniert.
Wenn wir als Mädchen an der Schwelle zur Frau nicht eingeweiht wurden in die Mysterien, wenn wir nicht gefeiert wurden .. wenn wir als Teenager nicht Dinge ausprobieren durften sondern zu
früh in das erwachsene Leben und in Konformität gedrängt wurden … wenn wir keine Freiheit und den Fluss des Lebens erfahren konnten. Wenn wir keinen authentischen Selbstausdruck üben und keine
Grenzen setzen durften ..
dann brauchen wir Orte, Erfahrungen und Zeremonien, die uns helfen, die fehlenden Erfahrungen nachzuarbeiten.
Den Zyklus der Natur bewusst zu erleben und zu feiern ist ein erster Schritt.
Unser eigenes zyklisches Leben, die Bedeutung und Weisheit der Lebensabschnitte, ihre Aufgaben, Initiationen und Zeremonien zu verstehen und anzuwenden. Sowie die Schattenaspekte mit der im Rad enthaltenen Medizin zu heilen – dies kann uns sowohl individuell als auch gesellschaftlich in der Tiefe verändern.
Zurück zur Ausbildung:
www.heiler-innen-ausbildung.de/ausbildung-keltisches-medizinrad/
Wann und wie beginnt eine Vision ?
Wenn wir jung sind, haben wir viele Ideen und Träume. Idealerweise ist dies eine Zeit, in der wir experimentieren und Dinge ausprobieren.
Wenn wir in dieser Lebensphase zum experimentieren ermutigt werden - ohne dass daraus unbedingt etwas werden muss - entwickelt sich die Fähigkeit, kreativ zu denken und zu fühlen sowie der Mut, Projekte in die Tat umzusetzen. Ohne Stress und Erwartungshaltung. Diese Fähigkeit brauchen wir, um spätere Visionen, die wir mit mehr Ernsthaftigkeit verfolgen möchten, überhaupt finden zu können.
Wenn wir in dieser Lebensphase nicht zum experimentieren ermutigt werden, sondern etwa belächelt oder zum direkten Erfolg oder funktionieren genötigt werden, fehlt später die Leichtigkeit und die Tiefe, überhaupt auf die Wünsche und Träume unseres Herzens zu lauschen. Wir können dies „nacharbeiten“, indem wir sozusagen nachträglich mit Ideen experimentieren. Ohne Erfolgsdruck. Spielerisch. Und dadurch ganz bewusst fehlende „Teenager-Erfahrungen“ nachholen.
Gesellschaftlich werden wir eher in Strukturen und Konformität geschoben, die nicht unbedingt zu uns passen. Authentisch sein erfordert Mut und auch Initiative. Es erfordert das Erlernen von Eigenverantwortung.
Mit „ich mache nur meinen Job“ ist es nicht getan. Ebenso wenig ist es damit getan, dauerhaft in der Rebellion zu verharren, immer im Gegenteil dessen, was die Gesellschaft, die Familie, das Umfeld erwarten.
Meines Erachtens beginnt das authentische Leben und - in der Folge - das Finden und Leben der eigenen Berufung mit der bewussten Entscheidung zur Eigenverantwortung.
Niemand kann etwas besser wissen als wir selber (außer natürlich in fachlichen Bereichen, in denen wir selber uns nicht auskennen und uns vielleicht die professionelle Dienstleistung einer Information einholen). Letztlich entscheiden wir selber für uns. Wenn wir nicht entscheiden, entscheiden andere. Aber auch das ist unsere Entscheidung.
Lebensentscheidungen, die wir treffen, können sich als positiv herausstellen. Oder auch nicht. Oft können wir es vorher nicht wirklich wissen. Wir können nur unserer Intuition folgen. Oder auch unsere Helferwesen und Krafttiere, wenn wir welche haben, um Hilfe bitten. Auch hier müssen wir am Ende selber entscheiden und dann mit der eigenen Entscheidung leben.
Der erste Schritt zum eigenen Wunschleben ist also, sich darin zu üben, eigene Entscheidungen zu treffen und zu ihnen zu stehen. In Eigenverantwortung. Das gibt Stärke.
Jetzt kann mit einer ersten spielerischen Visionssuche begonnen werden. Spielerisch ist wichtig. Wenn es gleich am Anfang zu ernst wird, kommen die Gesellen innerer Kritiker, Angst und diejenige, die immer meckert, dass das sowieso nicht realistisch sei, zum Vorschein. Wenn sie auftauchen, lässt man sie einfach mit dabei sein, nimmt sie aber in dieser Phase nicht allzu wichtig.
Wofür schlägt dein Herz ? Was berührt dich ? Was würdest du auch dann tun, wenn Geld kein Thema wäre ?
Wenn du deine Vision schon klar hast, kannst du direkt zum nächsten Schritt – siehe unten - weitergehen. Wenn nicht, probier gerne die folgenden Übungen aus:
Eine Möglichkeit ist, jeden Tag oder einmal die Woche – für eine bestimmte Zeit – eine innere „Reise in mein Wunschleben“ zu unternehmen. Du schaust dich dort um und siehst, wie du lebst, was du
tust und wie du dich fühlst. Dies schreibst du auf, ohne zunächst darüber nachzudenken ob und wie das umzusetzen wäre. Letzteres kommt viel später.
Was du in dieser inneren Reise erlebst, kann unterschiedlich sein. Es ist gut, diese Reisen für eine bestimmte Zeit regelmäßig zu unternehmen und zu beobachten, wie das Wunschleben sich
vielleicht verändert und entwickelt. Oder weitere Details hinzukommen.
Dies tust du so lange, bis du eine Vision findest, die dein Herz öffnet. Das macht auch verletzlich, ist aber wichtig, um damit weiter zu gehen.
Eine weitere Möglichkeit ist, täglich für eine bestimmte Zeit aufzuschreiben, was du gerne tust.
Wie möchtest du deinen idealen Tag verbringen ?
Was möchtest du wie lange und wie oft tun ?
Zum Bespiel im Garten sein, dort pflanzen und ernten. Oder ein Musikinstrument spielen. Alleine oder mit anderen ? Malen ? Mit Menschen sprechen. Mit nur einem oder mit vielen ?
Wobei fühlst du dich wohl, was macht dir Spaß, was fühlt sich angenehm und leicht an.
(Wir sind manchmal so heftig darauf konditioniert, dass das Leben keinen Spaß machen darf und vor allem das berufliche Leben eine einzige Mühsal sein müsste, dass auch hier zunächst eine bewusste
Veränderung der Denkweise ansteht).
Hier ist auch die Frage hilfreich: Wenn Geld kein Thema wäre – wie würdest du dein Leben verbringen ? Was würdest du tun ?
Mach dann eine Liste: Schreib deine Fähigkeiten auf. Frag hier gerne in deinem Freundeskreis: ist dir etwas aufgefallen, was ich gut kann ?
Außerdem denk nach, wofür dir schon einmal jemand eine Gegenleistung/Tausch oder Geld angeboten hat.
Auch wichtig: Was von dem, was du gut kannst, tust du auch gerne ? Manchmal sind wir so sehr daran gewöhnt, anderen Menschen mit unseren Fähigkeiten Gutes zu tun, dass wir ganz vergessen zu
bedenken, ob uns das selber überhaupt Spaß macht.
Wenn es jetzt um den beruflichen Kontext geht, kannst du anschließend diese Liste der Dinge die du gerne tust, in zwei - oder auch drei – Spalten einteilen.
Füg deine Fähigkeiten in diese Spalten hinzu. Die Fähigkeiten, die du auch gerne ausübst.
Manches davon ist einfach ein schönes Hobby. Anderes wiederum kannst du so gut, dass andere Menschen, davon profitieren können.
Es ist nicht immer leicht zu erkennen, da uns die Dinge, die uns leicht fallen, oft selbstverständlich erscheinen und es uns gar nicht auffällt, dass wir hier etwas besonders gut können. Ich selber bin in einer Familie mit guten HobbymusikerInnen aufgewachsen und ich konnte als Kind überhaupt nicht begreifen, dass es Menschen gibt, die so gar kein Instrument spielen – noch nicht einmal Blockflöte .. Mir erschien das so normal, Musik zu machen. Noch immer denke ich manchmal, dass so ein bisschen Harfe spielen doch gar nicht schwer ist – bis ich merke, wie schwer sich manche Menschen damit tun, wenn sie es probieren.
Es gibt nun also eine Spalte mit Dingen, die du gerne als Hobby tust, die aber vielleicht nicht unbedingt die Allgemeinheit bereichern. Dazu eine oder auch zwei weitere, in denen die Fähigkeiten
stehen, die du möglicherweise anderen Menschen als Dienstleistung zur Verfügung stellen können.
In der mittleren Spalte stehen vielleicht Fähigkeiten, die schon grundsätzlich da sind, aber noch eine weitere Ausbildung brauchen.
In der dritten Spalte stehen die Dinge, die du richtig gut kannst, in denen du möglicherweise ausgebildet bist und die du direkt zur Verfügung stellen kannst – sofern jemand davon erfährt, dass
du diese anbietest.
Wenn du so weit gekommen bist, geht es mit dieser Spalte los. (Die mittlere merkst du dir gerne für später und suchst in aller Ruhe nach den passenden Weiterbildungen oder was immer es dort noch
braucht. )
Deine Vision in die Wirklichkeit bringen
Wenn du deine Vision klar hast, aber bisher noch nicht umsetzen konntest, schau, was dich davon abhält. Vielleicht braucht es einfach noch Zeit und die nächsten Schritte. Vielleicht bist du schon
gut „im Flow“ .
Wenn nicht, schau genau hin, wo und an welcher Stelle du dich selber ausbremst oder blockierst. Welche Glaubenssätze tauchen auf ? Welche Gefühle ? Folge den Gefühlen in die Tiefe. Wann hast du diese schon einmal gefühlt ? Das kann in der Kindheit gewesen sein oder in einem früheren Leben.
Recht häufig haben wir, die wir im heilerischen Bereich arbeiten (möchten), Erlebnisse aus früheren Leben als Hexe, Heilerin, Hebamme, Priesterin etc zu bearbeiten.
Dies ist eine sehr sensible Arbeit, die Zeit, Ruhe und feine Aufmerksamkeit braucht.
Auf einer anderen Ebene schau auch nach deiner Selbstwertschätzung im hier und jetzt.
Und nach deinen Ressourcen. Wer unterstützt dich ? Auf welche Ressourcen kannst du zugreifen: Räume, Zeiten… Was von dem, das du benötigst, kannst du vielleicht tauschen. Wo und wie kannst
du dich von (finanziellen und zeitlichen) Verpflichtungen befreien, um Raum zu schaffen für das Neue.
Sinnhaftigkeit und Selbstwert emotional von Geld entkoppeln. Geld als praktisches Mittel wertschätzen
Meine Empfehlung ist, Geld sowohl als praktisches Mittel unbedingt wertzuschätzen. Als auch es vom eigenen Selbstwert und der Sinnhaftigkeit deiner Tätigkeit emotional zu entkoppeln.
Der Wert deiner Dienstleistung liegt in ihrem Inhalt, nicht in dem Betrag, den du dafür bekommst.
Die Sinnhaftigkeit deiner Tätigkeit liegt in ihr selbst. Sie braucht nicht mit Geld bewertet werden.
Wenn du diese emotionale Entkoppelung übst, wirst du weder zu niedrige noch unsinnig hohe Honorare nehmen wollen.
Du brauchst sie nicht als Bestätigung. Du brauchst sie nur als praktisches Mittel. Dafür allerdings brauchst du sie.
Dies ist meines Erachtens ein sehr wichtiger Punkt, der viel verändert.
In der angestellten Arbeitswelt und in der Gesellschaft haben wir etwas anderes gelernt. Geld hat hier alle möglichen unsinnigen Bedeutungen. Wenn wir die loslassen – hier kann einiges an inneres
Arbeit nötig sein - , gleichzeitig aber den praktischen Aspekt des Geldes unbedingt weiterhin berücksichtigen, dann können wir endlich in Freiheit und Sinnhaftigkeit authentisch leben und
arbeiten.
Die Beträge, die du als sogenannten „Energieausgleich“ annimmst, sind praktischer Art.
Was brauchst du, um deine Dienstleistung anbieten zu können. Du brauchst einen Raum und Gegenstände, mit denen du arbeitest, wie Musikinstrumente, eine Liege, Sitzgelegenheiten, Kristalle,
Räucherwerk, hochwertige Öle … – je nachdem, womit du arbeitest. Du hast Ausbildungen gemacht, für die du bezahlt hast. Du brauchst deinen „Lebensunterhalt“, Essen, Kleidung, Wohnung
etc.
Verschaff dir eine Übersicht über deine Kosten, die privaten und die professionellen. Versuch, sie niedrig zu halten, indem du z B tauschst, wenn du kannst. Gerade zu Beginn einer beruflichen
Selbstständigkeit nehmen wenig Kosten den Stress raus. Spare aber nicht an der falschen Stelle. Was nötig ist, muss eingeplant werden.
Schau auch nach den ortsüblichen Preisen für vergleichbare Angebote.
Nimm deine Honorare an. Sie haben die praktische Funktion, dass du deine Kosten damit decken kannst.
Wie viel und wie lange bist du in der Lage, deine Dienstleistung anzubieten ? Ist es realistisch 5 Tage die Woche 8 Stunden täglich hochwertige psychotherapeutische Sessions zu geben ? Oder
Massagen ? Vermutlich nicht.
Wie möchtest du deine Dienstleistungen also verteilen. Wie lange bist du präsent. Welche Pausen brauchst du. Spür in dich hinein, was stimmig ist. Finde deinen eigenen Arbeitsrhythmus. Zu welchen
Zeiten kannst du gut arbeiten ?
Wenn du dir selber Arbeitspläne erstellst, die nicht authentisch sind, sondern nur gerechnet, wird ein Teil von dir diese boykottieren und du wirst weniger Anfragen bekommen, als du geplant hast. Das fühlt sich dann nicht gut an – obwohl es eigentlich eine stimmige Rückmeldung ist, dass dein Plan nicht passt.
Rechnen ist auch nötig. Und dann braucht es eine stimmige Planung, in der du deine Dienstleistung gut ausüben kannst und am Ende auch das benötigte Geld mit hereinkommt. Eventuell braucht es
einen Zwischenschritt mit einem kleinen Nebenjob. Oder einer weiteren selbstständigen Tätigkeit, die deine eigentliche Dienstleistung balanciert.
Bis du eine Kombination deiner Angebote herausfindest, die du mit Freude ausüben kannst und die dich finanziell versorgt.
Sei hier erfinderisch und beim Zwischenschritt auch mal zu Kompromissen bereit. Bei
deiner eigentlichen authentischen Tätigkeit machst du keine Kompromisse. Sie wird dann weiter wachsen und ihre Formen finden.
Wie finden dich die Menschen, die von dem profitieren können, was du anbietest
Wenn du Website, Flyer, Social Media etc selber nicht gut kannst, hol dir unbedingt Unterstützung. Vielleicht kannst du Dienstleistung tauschen, wenn nicht gibt für die wichtigen Dinge Geld
aus.
Deine potentiell empfangenden Menschen wollen dich ja finden. Mach es ihnen leicht.
Dich sichtbar machen ist wichtig. Manchmal steckt auch hier ein Thema dahinter, das bearbeitet werden möchte. Oder es ist einfach nur was praktisches, das sich dadurch lösen lässt, dass es eben
jemand anderes für dich erledigt
Auf dem Weg in die Umsetzung
Gib dir selber für die Umsetzung deines Wunschlebens die nötige Zeit. Wenn du im Kontakt bist mit deiner Vision und Schritt für Schritt wirklich gehst, dir dabei deine Hindernisse anschaust, in
die Tiefe mit dir selber arbeitest, dann wächst sie und du wirst sie Stück für Stück umsetzen.
Erinnere dich wieder an deine Eigenverantwortung. Sie hilft dabei, Altes aufzuräumen. In Eigenverantwortung bei Bedarf Unterstützung zu holen und anzunehmen ist auch gut. Die Entscheidungen
bleiben deine.
Aussitzen und abwarten hilft deiner Vision nicht. Das Universum wirft dein Wunschleben eher selten einfach so vom Himmel. Dich unter Druck setzen (lassen), in einem bestimmten Zeitraum etwas
bestimmtes erreichen zu müssen, ist ebenso kontraproduktiv und erzeugt nur Frust.
Aber wenn du dran bist, und jedes Mal wenn du stecken bleibst und der Flow nachlässt, genau hinschaust, die Chance zur eigenen inneren Arbeit ergreifst, dann werden sich deine eigenen Themen
Stück für Stück wandeln und dir als Erfahrung der Weisheit in deiner Arbeit zur Verfügung stehen. Das ist das große Geschenk.
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